Ein kindgerechter Garten

Zeit im Garten zu verbringen, ist für Menschen jeden Alters eine angenehme Auszeit vom Alltag. Für Kinder ist ein kindgerechter Garten ihr eigenes kleines Abenteuerland, aber auch ein Ort, an dem sie gemeinsam mit den Eltern spielerisch viel lernen können. Freude an der Bewegung, frische Luft und Verbundenheit mit der Natur spielen dabei eine wichtige Rolle. Audrey Hepburn sagte einst: „Einen Garten zu pflanzen, bedeutet, an morgen zu glauben.“ Kinder sind der Inbegriff von morgen; sie sind die Zukunft und in einem kindgerechten Garten können sie sich wunderbar entfalten.

Das Wichtigste in Kürze

  • Bei einem kindgerechten Garten steht die Sicherheit der Kinder, die durch die Eltern gewährleistet werden sollte, an erster Stelle.
  • Spiel und Spaß gehören im kindgerechten Garten genauso dazu, wie wichtige Lektionen über Natur und Umwelt.
  • Erkenntnisse über die Herstellung von Lebensmitteln lassen sich kindgerecht spielerisch bei der Gartenarbeit erlernen.

Sicherheit muss an erster Stelle stehen

Ein kindgerechter Garten bedeutet nicht nur Spiel und Spaß. Für die Eltern und Aufsichtspersonen ist es in erster Linie wichtig, für die Kinder eine sichere Umgebung zu schaffen. Gerade bei jüngeren Kindern, die gerne alles erkunden möchten, aber noch keine Gefahren einschätzen können, ist ein Zaun beziehungsweise Gartentore, die sich schließen lassen, unumgänglich. Einen Augenblick nicht aufgepasst und schon steht das Kind auf der Straße – das gilt zu vermeiden.

Vor allem bei Kleinkindern können auch giftige Pflanzen eine große Gefahr darstellen: Alles wird mit den Händen erkundet und gerne steckt man sich Dinge in den Mund. Man kann natürlich als Eltern darauf verzichten, giftige Pflanzen im Garten zu halten, aber ganz vermeiden lässt sich diese Gefahr nicht, da durchaus auch Pflanzen einfach so aufgehen. Auch Pilze – die für Kinder bestimmt besonders interessant aussehen – kann man nicht wirklich vorbeugen. Mit älteren Kindern lassen sich diese Gefahren besprechen, bei jüngeren Kindern gilt, dass ein kindgerechter Garten eben auch bedeutet, dass Aufsichtspersonen aufmerksam sind.

Aufsicht ist nicht nur bei toxischen Pflanzen wichtig, sondern auch bei gewissen Spielgeräten wie z.B. Trampolins, Planschbecken, Pools, Gartenteichen oder gar Regenfässern. Gerade wenn Wasser involviert ist, gibt es viele Möglichkeiten, eine Kindersicherung einzubauen. Diese muss aber auch aktiv von den erwachsenen Personen des Haushalts eingesetzt werden. Klar ist auch, dass Kinder nie alleine ein Planschbecken oder einen Pool benutzen dürfen. Hohe Spielgeräte, bei denen die Kinder herunterstürzen könnten, sollten bis zu einem gewissen Alter nur unter Aufsicht bespielt werden.

Wichtig ist auch, dass die Erwachsenen auf Dinge Acht geben, die nicht in Kinderhände gehören. Pflanzenschutzmittel oder Dünger sollten sicher verstaut werden. Gartengeräte, die achtlos im Garten herumliegen, können für Kinder gefährlich werden. Diese sollten nach Benutzung aufgeräumt werden. Ein Geräteschrank oder Schuppen, der sich im Idealfall sogar abschließen lässt, ist hierfür eine gute Lösung. Die Geräte sind weggeräumt und der Garten sieht toll aus. Das größere Spielzeug lässt sich zum Beispiel auch in einem Geräteschrank verstauen. So lernen die Kinder auch, dass es wichtig ist, Ordnung zu halten und auf seine Habseligkeiten Acht zu geben.

Spiel und Spaß

Wenn alle Gefahren aus dem Weg geräumt sind, kann man sich daran machen, den Garten für die Kinder zu einem richtigen Abenteuerspielplatz zu machen. Es gibt so viele tolle Ideen und Spielmöglichkeiten, die schon den ganz kleinen Kids, aber auch den älteren Kindern viel Spaß machen. In einer Schlammküche oder einem Sandkasten können die Kinder mit natürlichen Materialien spielen. Auf größeren Spielgeräten wie Schaukeln, Rutschen oder gar einem Klettergerüst können sie sich austoben, Geschicklichkeit lernen und körperlich aktiv sein. Wer weniger Platz oder Geld hat für sperriges Gerät, kann die Kinder mit Ballspielen zur Bewegung animieren.

Völlig kostenlos ist es, die Fantasie der Kinder anzuregen. Sie können sich selbst Fantasiewelten im Garten ausdenken und darin spielen – in der Vorstellung der Kleinen wird ein Baum oder ein Strauch schnell zu einem guten Freund, mit dem man gemeinsam für eine gute Sache kämpft. Wenn die Möglichkeit gegeben ist und die Kinder ein gewisses Alter haben ist es auch eine tolle Idee, gemeinsam ein Baumhaus zu bauen. Daran werden sie sicherlich lange Freude haben.

Spielerisch den Zugang zu Lebensmitteln herstellen

Für Erwachsene ist Gartenarbeit in erster Linie das was der Begriff schon impliziert: Arbeit. Kindern aller Altersgruppen kann das Werkeln im Garten jedoch großen Spaß machen. Die Kleinen mit in die Gartenarbeit einzubeziehen, mag für die Eltern manchmal Mehrarbeit bedeuten, für die Kinder aber ist es wichtig zu lernen, woher Lebensmittel kommen und wie sie entstehen. Ein eigenes kleines Gartenbeet, in dem sich einfache Dinge wie Radieschen oder rote Beete anbauen lassen, kann zum ganzen Stolz des Nachwuchses werden. Mit niedlichen Gießkannen in Kindergröße und Mini-Gartenwerkzeug können sie bei der Gartenarbeit dabei sein. Dadurch lassen sich Rituale entwickeln, wie beispielsweise im Sommer morgendliches Ernten von leckeren Beeren für das Frühstück. Auf diese Art bekommt man die Kinder auch leichter dazu, gesundes Obst und Gemüse zu essen. Wenn die Eltern die Kleinen aktiv in die Gartenarbeit miteinbinden, sollten sie akzeptieren, wenn Dinge nicht immer perfekt laufen und vielleicht mal eine noch nicht reife Frucht „geerntet“ wird oder eine Nutzpflanze den Patschehändchen zum Opfer fällt.

Verbundenheit mit der Natur

Je älter wir werden, desto mehr entfernen wir uns oft von der Natur. Das kann Folgen haben – für die Umwelt, aber auch für unsere Gesundheit. Daher ist es wichtig, Kindern frühestmöglich Zugang zur Natur zu ermöglichen und eine Verbundenheit zu schaffen. Einmal gelernt, vergessen die Kinder die wichtigen Lektionen nicht mehr. Natürlich ist vor allem bei jüngeren Kindern von großer Bedeutung, alles spielerisch, kindgerecht und dem Alter der Kinder entsprechend anzugehen. Durch einen Garten können Kinder über die verschiedenen Jahreszeiten und den Kreislauf der Natur lernen. Sie können Vögel und Insekten beobachten und deren immense Bedeutung für die Gesundheit des Planeten erkennen. Gleichzeitig können sie, ab einem gewissen Alter, lernen, dass es Gefahren in der Natur gibt, denen man mit Vorsicht begegnen sollte. Giftige Pflanzen und Tiere, aber auch kleine „Nervensägen“ wie Wespen gehören zur Natur und sollten respektiert werden. All dies gehört dazu, wenn man einen Garten kindgerecht gestalten möchte.

Über den Lauf der Natur lassen sich im eigenen Garten für die Kinder tolle Beobachtungen über Nachhaltigkeit und den Kreislauf der Natur ableiten. Für den kurzen Erfolg kann man mit Kindern im Frühjahr Blumen pflanzen und beobachten, wie sie sich im Lauf der nächsten Monate entwickelt. Eine ganz wunderbare Idee ist es, zusammen mit den Kindern einen Baum zu pflanzen. Wenn sie sich darin erinnern, wie sie als Kleinkind einen winzigen Setzling oder Samen gemeinsam mit den Eltern in der Erde verbuddelt haben, können sie die kommenden Jahre langsam zusehen, wie sie selbst erwachsen und der Baum größer wird.

Ein kindgerechter Garten bietet für die ganze Familie tolle Möglichkeiten, gemeinsam Zeit zu verbringen und mit der Natur verbunden groß zu werden.

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