Worauf achten beim Kinderdreirad?

Dreiräder machen Kinder bereits mobil, bevor ihr Gleichgewichtssinn einem Fahrrad gewachsen ist. Doch auch bei ihnen gibt es große Unterschiede in den Anforderungen, die sie an das Kind stellen.

 Das Wichtigste zum Dreirad in Kürze

  • Je nach Art der geplanten Verwendung und dem Entwicklungsstand des Kindes können Dreiräder ab etwa 10 Monaten oder erst ab ungefähr 3 Jahren sinnvoll sein.
  • Durch Förderung der körperlichen Geschicklichkeit bereiten sie das Kind nicht nur auf das erste Fahrrad, sondern auch auf viele andere körperliche Herausforderungen vor.
  • Dem Alter entsprechende Sicherheitsvorkehrungen und Höhenverstellbarkeit sind die wichtigsten Kaufkriterien für Kinderdreiräder.

Was ist ein Dreirad?

Ein Dreirad ist ein Fahrzeug mit drei Rädern, von denen eines vorne und zwei hinten montiert sind. Zusätzlich benötigt ein Dreirad zumindest einen Sitz und eine Lenkstange. Bei ausreichendem Platz im Raum können für Kinder designte Modelle nicht nur im Freien, sondern auch im Haus verwendet werden.

Welche Arten von Dreirädern gibt es?

Dreiräder werden in erster Linie nach der Art ihres Antriebes und dem Alter der Nutzer unterschieden.

Was ist ein Dreirad mit Schiebestange?

Ein Dreirad mit Schiebestange verfügt über eine Stange, an der es von einem Erwachsenen geschoben wird. Es kann bereits im Babyalter verwendet werden. Die wichtigste Voraussetzung ist, dass das Kind schon selbständig aufrecht sitzen kann. Dieser Entwicklungsschritt erfolgt meist, aber nicht immer, im zehnten Lebensmonat, weshalb die Altersangaben der Hersteller mit Vorsicht betrachtet werden sollten.
Damit das Baby nicht unter der Fahrt einschläft und herausfällt, sollte ein solches Dreirad auf jeden Fall über einen Sicherheitsgurt verfügen. Zudem ist es praktisch, wenn das Modell einen Schirm hat, der das Kind vor zu starker Sonneneinstrahlung oder auch leichtem Regen schützt. Pedale können vorhanden sein, sind aber nur sinnvoll, wenn sich das Dreirad für die Weiterverwendung im Kleinkindalter eignet. Das Baby ist noch nicht in der Lage sie zu bedienen.

Was ist ein als Laufrad gestaltetes Dreirad?

Ein Laufrad ist darauf ausgelegt, dass das Kind es durch Abstoßen am Boden mit den Füßen antreibt. Dazu ist es ab einem Alter von etwa einem Jahr in der Lage. Soll das dreirädrige Laufrad nicht nur auf dem Spielplatz, sondern auch als Transportmittel beim Spaziergang oder Familienausflug eingesetzt werden, sollte es zusätzlich über eine Schiebestange verfügen, da Kinder in diesem Alter noch rasch ermüden und es sehr unbequem für Erwachsene ist, das Dreirad an der Lenkstange zu ziehen oder Kind und Dreirad zu tragen.
Manche Laufdreirad Modelle sind auch mit Pedalen ausgestattet, um eine spätere Umstellung der Antriebsweise zu ermöglichen. Das verlängert die Nutzungsdauer des Dreirades. Allerdings muss man genau darauf achten, dass die Pedale so montiert sind, dass sie der Nutzung durch Laufen nicht im Wege stehen. Beim Abstoßen mit einem Pedal zu kollidieren ist schmerzhaft und führt daher dazu, dass das Kind wenig Freude an seinem neuen Fahrzeug hat.

Was ist ein über Pedale angetriebenes Dreirad?

Ab einem Alter von etwa drei Jahren können Kinder ein Dreirad auch über längere Strecken ausschließlich über Kurbelpedale bedienen. Damit sind sie deutlich schneller unterwegs als mit dem Laufrad.
Diese Modelle sind allerdings meist nur auf den Pedalantrieb ausgelegt und haben keine Schiebestange zur Unterstützung durch die Eltern. Neigt das Kind weiterhin dazu, unterwegs zu ermüden, ist es daher ratsam mit dem Umstieg auf ein solches Dreirad noch etwas zu warten und lieber ein Kombimodell mit Schiebestange, Pedalen und Laufmöglichkeit zu verwenden, das Kind aber zu ermuntern, mehr selbst zu fahren, um seine Ausdauer zu trainieren.

Was ist ein motorgetriebenes Dreirad?

Ein motorgetriebenes Dreirad wird über einen Elektromotor mit Akku angetrieben. Das Kind kann es bequem und ohne großen Kraftaufwand über Trittpedale bedienen und kommt sich dabei wie in einem Auto oder auf einem Motorrad vor.
Das bringt erhöhten Fahrspaß und verhindert das Ermüden unterwegs fast gänzlich. Allerdings geht es auf Kosten des Elementes des körperlichen Trainings und der Steigerung der Geschicklichkeit, weshalb diese Modelle als pädagogisch weniger wertvoll als mechanische Dreiräder eingestuft werden müssen.
Motorgetriebene Dreiräder eignen sich nur für ältere Kinder, die bereits sicher mit der Lenkstange und Bremse umgehen können. Im Gegensatz zu den anderen Modellen, sollten sie nicht in Innenräumen verwendet werden.

Was ist ein Dreirad für Erwachsene?

Meist erfolgt spätestens im Grundschulalter der Umstieg vom Dreirad auf das Fahrrad mit dem die Kinder noch schneller unterwegs sind. Doch es gibt auch Dreirad Modelle für die Nutzung durch Erwachsene. Sie sehen ähnlich wie Fahrräder aus, haben aber drei statt zwei Rädern. Das macht sie breiter und standfester und erlaubt eine umfangreichere Ladung, wenn sie zum Beispiel zum Einkaufen genutzt werden.
Zumeist werden Dreiräder für Erwachsene von Personen mit körperlichen Einschränkungen genutzt, die ihr Gleichgewicht auf einem zweirädrigen Fahrzeug beeinträchtigen. Sie bieten aber auch zusätzliche Sicherheit, wenn ein Baby oder Kleinkind in einem Kindersitz auf dem Fahrrad mitgeführt werden soll.

Was ist der pädagogische Sinn von Dreirädern?

Mit dem Dreirad wird das Kind mobil und kann mehr von der Welt herum sehen und entdecken. Sobald es in der Lage ist das Dreirad selbst anzutreiben, kann es damit gezielt auf interessante Dinge zufahren, doch auch wenn es geschoben wird, hat es einen besseren Ausblick als aus dem Kinderwagen.
Mobilität aus eigener Kraft bedeutet für das Kind mehr Selbständigkeit und Selbstbestimmung. Es kann sich erwachsener fühlen, ohne dass sein Fahrzeug schnell genug wird, dass die Erwachsenen in einer Gefahrensituation nicht mehr rechtzeitig eingreifen könnten.
Gleichmäßig in die Pedale zu treten, trainiert die Motorik der Beine und die Körperkoordination, zwei der wichtigsten Entwicklungsbereiche im Baby- und Kleinkindalter. Gleichzeitig wird auch der Gleichgewichtssinn des Kindes bereits etwas gefordert, ohne ihn zu überfordern, wie es beim direkten Einstieg in das Fahrradfahren oft der Fall ist.

Was sollte man beim Kauf eines Dreirades beachten?

Ist das Dreirad für den Entwicklungsstand des Kindes geeignet?

Die Entwicklung der Fertigkeiten von Kindern erfolgt rasch und nicht immer in derselben Reihenfolge oder zum selben Zeitpunkt. Daher stellen die Altersangaben bei Dreirädern nur einen Richtwert dar.
Ein schon auffallend geschicktes und großes Kind kann möglicherweise schon ein oder zwei Monate früher als angegeben auf ein größeres Dreirad umsteigen. Bei einem eher ungeschickten, körperlich beeinträchtigten oder ängstlichen Kind schadet es dagegen nicht, etwas länger zu warten.

Welche Anpassungsmöglichkeiten gibt es?

Damit man das Dreirad stets genau an den Entwicklungsstand des Kindes anpassen kann, ist es sinnvoll, ein Modell zu wählen, das mit ihm mitwächst, also zum Beispiel sowohl als Laufrad als auch mit Pedalen verwendet werden kann. Es sollte über eine einstellbare Sitzhöhe und Lenkerhöhe verfügen.
Sehr sinnvoll ist es auch, wenn die Schiebestange beim älteren Kind abmontiert werden oder nach Bedarf für einen Ausflug vorrübergehend angebracht werden kann. Bei allen Einstellungsmöglichkeiten ist es sehr wichtig auf sicheres Einrasten des Mechanismus zu achten. Kleine Kinder stützen sich oft noch stark auf dem Lenker ab, ziehen abrupt an ihm oder plumpsen schwer in den Sitz. Dann darf das Dreirad nicht unerwartet unter ihnen einbrechen oder auseinandergehen.

Welche Bremsmöglichkeiten gibt es?

Eine Feststellbremse ist günstig, wenn das Dreirad auf abschüssigem Untergrund geparkt werden soll. Sie muss allerdings vom Erwachsenen bedient werden, da das Kind meist noch nicht geschickt und zuverlässig genug ist.
Sobald das Dreirad nicht mehr nur über die Schiebestange geschoben wird, braucht aber auch das Kind eine Bremsmöglichkeit. Beim Laufrad kann dies über Abstellen der Füße erfolgen. Im Pedalbetrieb sollte eine Rücktrittbremse vorhanden sein.
Eine Handbremse kann älteren Kindern bei der Vorbereitung auf den Umstieg auf das Fahrrad helfen. Kleinkinder sind aber üblicherweise noch nicht in der Lage sie einzusetzen.

Wie ist die Bereifung?

Auch die Räder sind ein wichtiger Punkt. Holzräder sind zwar umweltfreundlich, aber auch sehr laut. Daher eignen sie sich in der Praxis meist nur für die Nutzung auf Teppichböden. Auf harten Böden sind Hartplastikreifen oder luftgefüllte Gummireifen sinnvoller.
Dabei gilt, dass Hartplastikreifen langlebiger und weniger anfällig für Beschädigung sind. Die luftgefüllten Reifen sind aber am leisesten und haben den besten Griff auf glattem Untergrund wie zum Beispiel Parkettböden.

Wie steht es um Sicherheit und Komfort?

Bei den Allerkleinsten sollte ein Sicherheitsgurt vorhanden sein. Für ältere Kinder reicht ein stabiler Sitz. Je nach Entwicklungsstand kann es sinnvoll sein, wenn auch eine Rückenlehne vorhanden ist.
Die Länge der Schiebestange sollte der Körpergröße des schiebenden Erwachsenen entsprechen, um bequem zu sein und den Rücken nicht durch eine unnatürliche Haltung zu schädigen.
Für den Komfort des Kindes sollten die Handgriffe an der Lenkstange gepolstert oder zumindest ergonomisch gerundet sein. Kanten, Rillen und zu harte Griffe werden bei längerer Benutzung schmerzhaft, da Kinderhände empfindlich sind und die Kleinen ihre Kraft noch nicht dosieren können und den Griff daher mit großem Druck halten.
Die Pedale sollten dagegen eine eher raue Oberfläche aufweisen. Das hilft dem Kind, Halt auf ihnen zu finden und nicht mit den Füßen abzurutschen, wobei es sich am Pedal stoßen und verletzen könnte. Gerade am Anfang, wenn die Motorik noch wenig entwickelt ist, fällt es dem Kind oft schwer den Fuß in der richtigen Position zu halten. Fußschlaufen, wie man sie manchmal bei Kinderfahrrädern sieht, sind in diesem Alter jedoch nicht unbedingt sinnvoll, da es dem Kind auch schwerfällt, gezielt hinein und hinaus zu schlüpfen.

Wie ist die Verarbeitung und Materialqualität?

Alle Schweißstellen und sonstigen Verbindungen sollten sauber und stabil ausgeführt werden. Das verlängert nicht nur die Lebensdauer des Dreirades, sondern verringert auch die Verletzungsgefahr für das Kind. Das Material sollte rostfrei und möglichst bruchfest sein und es dürfen keine offensichtlichen Schwachstellen vorhanden sein, an denen es ausreißen oder brechen könnte. Qualitätssiegel, wie zum Beispiel eine TÜV Bestätigung liefern hier eine Orientierungshilfe, wenn man selbst nicht in der Lage ist, die Qualität vor dem Kauf zu beurteilen.

Welches Zubehör gibt es?

Kippmulden

Viele Dreiräder sind mit einer Kippmulde ausgestattet. Sie kommt dem Wunsch von Kleinkindern nach beweglichen Teilen entgegen und animiert sie das Dreirad in ihrer Fantasie als Arbeitsfahrzeug einzusetzen. Da sie aber dazu gemacht ist, ausgekippt zu werden, eignet sie sich nicht wirklich zum Materialtransport. Auf keinen Fall darf sich das Kind beim Bewegen einer Kippmulde die Finger einklemmen können.

Körbchen

Ein kleiner Korb ist wesentlich besser geeignet, wenn das Kind auf dem Dreirad Gegenstände, wie die Lieblingspuppe oder Sandspielzeug, transportieren möchte. Auch bei ihm muss man allerdings genau auf sichere Montage und Bruchfestigkeit achten.

Klingeln

Eine Klingel ist vor allem bei älteren Kindern sinnvoll, damit sie unterwegs auf sich aufmerksam machen und die Verwendung einer Fahrradklingel trainieren können. Allerdings sollte man auch bedenken, dass das Spiel mit der Klingel viel Lärm macht. Für in der Wohnung benutzte Dreiräder ist sie daher eher nicht empfehlenswert.

Sonnenschutz

Vor allem bei den Kleinsten kann ein Sonnenschirm oder Sonnendach nützlich sein, um sie an heißen Tagen vor einem Sonnenbrand zu bewahren. Bei Dreirädern für ältere Kinder ist ihre Montage aber meist nicht vorgesehen.

Getränkehalter

Ein Halter für eine Wasserflasche erinnert an die Fahrräder der Eltern und kann möglicherweise auf einem kurzen Ausflug gute Dienste leisten. In den meisten Fällen ist es aber besser, wenn Getränke in größerer Menge von den Eltern mitgeführt werden.

Beispiele für gute Dreiräder:

Fascol Baby Dreirad 4 in 1 Kinderdreirad
Das 4 in 1 Kinderdreirad von Fascol bietet fast alle Möglichkeiten, die ein Dreirad haben kann. Es eignet sich für Babys ab einem Alter von etwa einem Jahr und wächst bis zum Alter von fünf Jahren mit. Allerdings lässt sich dieses Modell nicht als Laufrad einsetzen.

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XJD 3 in 1 Kinder Dreirad
Das 3 in 1 Dreirad von XJD bietet dem Kind dagegen von Anfang an Selbständigkeit. Es kann zunächst als Laufdreirad und danach entweder als zweirädriges Laufrad oder als pedalgetriebenes Dreirad eingesetzt werden. Allerdings sind die Größenanpassungsmöglichkeiten begrenzt, sodass das Kind mit etwa drei Jahren ein größeres Dreirad benötigt.

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Fazit zum Kinderdreirad

Ein Kinderdreirad ist das beste erste Fahrzeug für Babys und Kleinkinder. Beim Kauf sollte man aber genau darauf achten, ob das Modell dem Entwicklungsstand des Kindes entspricht und wie lange es das Dreirad voraussichtlich verwenden können wird.

Häufige Fragen zum Thema Dreirad

Braucht das Kind beim Dreiradfahren einen Helm?

Ein Helm ist nicht vorgeschrieben und die Wahrscheinlichkeit, bei einem Unfall mit einem Dreirad auf den Kopf zu fallen, ist gering. Die Nutzung eines Helmes kann aber zur Gewohnheitsbildung für das spätere Fahrradfahren durchaus hilfreich sein.

Wie erkennt man, dass die Sattelhöhe richtig eingestellt ist?

Der Dreiradsattel sollte so eingestellt sein, dass das Kind im Sitzen mit beiden Beinen gleichzeitig den Boden erreichen kann. Beim Laufrad muss das Kind zusätzlich etwas Bewegungsfreiheit haben, um mitlaufen zu können. Bei der Pedalnutzung reicht es dagegen, wenn es die Füße einfach nur abstellen kann.

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