Videospiele für Kinder: Spielend lernen

Spielen ist dem Menschen in die Wiege gelegt worden, schon kleine Kinder entdecken ihre Welt spielend. Wo sie aufwachsen, ist dabei weniger relevant, denn es scheint eines der menschlichen Gene zu sein, spielerisch zu erleben und zu lernen. Selbst Erwachsene haben noch immer Freude daran, wie sich am großen Zuwachs der Fans von allen möglichen Spielen zeigt. Zwar ändert sich die Art der spielerischen Betätigung mit wachsendem Alter, nicht aber das Vergnügen daran. Für Kinder bedeutet Spielen aber mehr als nur ein Freizeitvergnügen, sie können dadurch sogar spielerisch lernen und vor allem in der Ferienzeit in Deutschland wird noch mehr gespielt als sonst. 

Videospiele weit mehr als nur eine Freizeitbeschäftigung

Moderne Videogames haben mehr zu bieten als nur Spaß, sie können dazu eingesetzt werden, auf spielende Art und Weise zu lernen und so selbst das langweiligste Thema interessant zu machen. Entscheidend ist, dass die Lernkomponente nicht im Fokus steht, sondern quasi nebenbei ins Spiel integriert wird. Während Erwachsene die Beschäftigung mit anderen Spielen als Entspannung nutzen, steht bei Kindern die Entfaltung im Fokus.

Aber wie kommt es, dass der Lerneffekt im Game so viel größer ist als beispielsweise durch Videos und Filme? Einer der Gründe ist die kreative Möglichkeit der Interaktion. Lernende werden motiviert und empfinden das Spiel als eine deutlich angenehmere Variante des Lernens. Der Spaßfaktor ist vorhanden, ohne dabei jedoch den Lernaspekt zu vernachlässigen. Die Kombination aus geistiger Herausforderung auf der einen und spielerischer Abwechslung auf der anderen Seite ist der Schlüssel zum Lernerfolg durch Spiele.

Die Vorzüge von Videospielen wurden lange unterschätzt

Mehrere Studien haben einem Bericht der renommierten Fachzeitung PC-Welt zufolge bereits nachweisen können, dass Computerspiele die Anpassungsfähigkeit und Kreativität fördern. Die Gedächtnisleistungen werden verbessert und selbst hochkomplexe Vorgänge lassen sich leichter verstehen und im Langzeitgedächtnis verankern.

Das funktioniert besonders gut bei Kindern, wie sich in der Praxis zeigt. Während viele Erwachsene länger brauchen, um ein neues Computerspiel zu verinnerlichen, sind Kinder äußerst lernfähig und haben selbst komplexe Vorgänge in kürzester Zeit verstanden.

Die Auffassungsgabe von Menschen ist im jungen Alter besonders ausgeprägt. Es hat tatsächlich Gründe, warum Führerscheinabsolventen im Alter von 18 Jahren deutlich bessere Ergebnisse erzielen als im hohen Alter. Irgendwann nimmt die Lernfähigkeit ab, es dauert länger, bis neue und komplexe Themen erfasst werden können. Tatsächlich liegt das aber weniger an der abnehmenden Lernleistung erwachsener Menschen, sondern an geänderten Bedürfnissen beim Lernen. Somit können Computerspiele auch das Wissen der Großen erweitern, wenn sie entsprechend auf die Bedürfnisse angepasst sind.

Edutainment – spielerisches Lernen hat einen Namen

Ratgeber für vereinfachtes Lernen gibt es viele, doch leider spielt die hochwirksame Methode des Edutainments dabei noch keine große Rolle. Hinter diesem Begriff verbirgt sich der Fachausdruck für Wissensvermittlung und Unterhaltung in einer Kombination. Nicht nur Computerspiele können diesen Bereich abdecken, auch Lernprogramme für den Fernseher sind beliebt. Experten sind sich allerdings einig, dass digitale Lernspiele die höhere Erfolgsquote erzielen können.

In den letzten Jahren ist die Auswahl an Lernspielen für junge Menschen immer größer geworden, dabei werden alle Endgeräte berücksichtigt. Ob auf der Konsole, auf dem heimischen Computer oder auf dem Smartphone, wer heute lernen möchte, hat vielfältige Möglichkeiten dazu. Es geht dabei nicht ausschließlich um Wissen, sondern auch um kognitive Fähigkeiten und motorische Fähigkeiten, sodass Edutainment beispielsweise auch in den Bereichen Logopädie, Physiotherapie und sogar Psychotherapie eingesetzt wird.

Mädchen am Grafiktablett
Programme zum Zeichnen lernen sind ebenfalls sehr beliebt | Foto: full_time_stocker via Twenty20

Drei schöne Lern- und Spaßspiele für Kinder ab vier Jahren

Das Lernspiel Fiete ist ausschließlich für iOS-Systeme erhältlich und führt Kinder ab vier Jahren durch verschiedene Themengebiete, die den Seemann Fiete beinhalten. Es handelt sich um ein interaktives Bilderbuch, was dem Nachwuchs die ersten Schritte mit der elektronischen Welt erklären soll. Langsame Animationen und innovative Steuerungsmechanismen helfen dabei, iPhone und iPad in den Alltag zu integrieren. Lesekenntnisse sind für das Spiel nicht nötig, es geht primär darum, die Kombinationsfähigkeit und das Gedächtnis von Kindern vor dem Schuleintritt zu fördern.

Die Baumhausparty von Kosmo & Klax ist ebenfalls für Kinder ab vier Jahren geeignet und steht für Android und iOS-Geräte zur Verfügung. Kleine Minispiele führen das Kind in die Welt des Eichhörnchens Kosmo und haben das Ziel, die Wahrnehmung von Formen, die motorischen Fähigkeiten und die Konzentrationsfähigkeit zu fördern. Es wird absichtlich ohne Highscores und Erfolge gearbeitet, um das Kind ohne Druck an die verschiedenen Lernbereiche heranzuführen. Lesekenntnisse werden nicht benötigt, daher ist das Spiel ideal für Kinder vor dem Beginn der Schule geeignet.

Das Spiel Lazuli ist für Windows-PCs und Mac-Computer verfügbar und eignet sich als Begleiter für Kinder vom vierten bis zum zehnten Lebensjahr. Aufgeteilt auf vier Apps werden unterschiedliche Bereiche des kindlichen Gedächtnisses geschult. Entwickelt wurden die Apps von erfahrenen Psychologen, Künstlern und Pädagogen, dabei wurde das Altersniveau entsprechend angepasst. Für Eltern ist ein Blick auf die Ergebnisse jederzeit möglich, sodass Fortschritte des Kindes festgehalten werden können. Anfangs geht es vor allem um die Schulung von Konzentration und Verständnis, in den späteren Stufen werden auch mathematisches und räumliches Denken gefördert.

Kreativität auch ohne klassischen Lerneffekt steigerbar

Videospiele mit ruhigem Theme und ohne hektische Kampfszenen sind auch dann für Kinder geeignet, wenn sie keinen besonderen Lernschwerpunkt haben. Ein gutes Beispiel ist der Alltime-Klassiker Minecraft, der auch bei Erwachsenen sehr beliebt ist. In einer freien und offenen Welt haben junge und ältere Menschen die Möglichkeit, die eigene Kreativität zum Ausdruck zu bringen. Es können Minerale und Erze abgebaut und zu neuen Häusern und Landschaften umgeformt werden.

So ist es möglich, ganze Welten zu kreieren, zusammen mit Freunden zu spielen und so Stück für Stück das Reaktionsvermögen und das Verständnis von Aktion und Reaktion zu schulen. Minecraft ist außerdem gut dazu geeignet, um gemeinsam von Eltern und Kind gespielt zu werden. Wichtig ist, dass Elemente wie „Monster“ für kleinere Kinder deaktiviert werden können, um ein altersgerechtes Spielerlebnis zu ermöglichen.

Kreativität ist in der heutigen Zeit wichtiger denn je, denn durch die Entdeckung der eigenen Entfaltungsmöglichkeiten wird auch das spätere Berufsleben beeinflusst. Richtig und falsch spielen in Computerspielen wie Minecraft keine Rolle, jeder hat hier das Recht, die eigenen Wünsche und Bedürfnisse auszuleben. Probleme müssen gelöst werden, es sind kreative Ansätze nötig, um einen Fortschritt zu verzeichnen und so verbinden sich Spiel und Lerneffekt zu einem abenteuerreichen Erlebnis.

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